Es gibt Wege, die entstehen aus einem klaren Plan. Und es gibt Wege, die beginnen mit einem tiefen inneren Wissen, mit einem Ruf, der sich irgendwann so deutlich zeigt, dass wir ihm folgen.
Genau so beschreibt Jana Jänisch ihren Weg.
Vor fünf Jahren nahm ihr Herzensprojekt seinen Anfang. Es war die Zeit während Corona, eine Zeit von Abstand, Abschieden und besonderen Herausforderungen. Jana erlebte, wie Menschen fern von ihren Liebsten starben. Diese Erfahrung berührte sie tief, denn auch aus ihrer eigenen Familie kannte sie die Situation, erst sehr spät von einem Abschied zu erfahren.
Aus dieser Berührung entstand ein kraftvoller Impuls:
Menschen in Liebe zu dienen und ihnen in ihren dunkelsten Stunden beizustehen.
Ohne fertigen Plan begann Jana ihren Weg als Alltagsbegleiterin. Sie wusste damals noch gar nicht, wohin diese Entscheidung sie einmal führen würde. Und genau darin liegt für mich eine der stärksten Botschaften ihres Beitrags:
Wir müssen unseren ganzen Weg noch gar nicht kennen, um den ersten Schritt zu gehen.
Jana vertraute darauf, dass sich der Weg unter ihren Füßen zeigen würde. Dass das Leben ihr zur richtigen Zeit die Menschen, Begegnungen und Aufgaben schenken würde, die sie für ihren nächsten Schritt brauchte.
Und genau das geschah.
Wenn aus einer Aufgabe eine Lebensaufgabe wird
Die ersten Menschen, die Jana begleiten durfte, führten sie unmittelbar in die Nähe des Todes.
Was viele Menschen mit Angst verbinden, wurde für Jana zu einer tiefen Begegnung mit dem Leben selbst. Sie beschreibt diese Erfahrungen mit Demut, Dankbarkeit und großer Ehrfurcht vor der Aufgabe, Menschen in ihren verletzlichsten und intimsten Momenten zur Seite stehen zu dürfen. Was als Alltagsbegleitung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer tiefgehenden Lebensbegleitung. Jana erkannte immer klarer, dass ihre Aufgabe weit über eine Tätigkeit hinausging. Es ging um Menschlichkeit. Um Nähe. Um echte Begegnung. Um das Dasein für einen Menschen, wenn vieles andere plötzlich an Bedeutung verliert.
Heute beschreibt sie ihre Berufung mit einem Satz, der mich sehr berührt:
„Ein Raumschaffer zu sein für tiefe, echte Menschlichkeit – und für Begegnungen, die von Seele zu Seele reichen.“
Was für ein wunderschönes Bild.
- Einen Raum schaffen, in dem ein Mensch einfach sein darf.
- Einen Raum, in dem das Wesentliche wieder sichtbar wird.
- Einen Raum, in dem ein Mensch sich selbst begegnen kann.
Warum der Tod Janas Blick auf das Leben verändert hat
Der Ursprung dieses Vertrauens reicht noch weiter zurück.
Als Janas Mutter im Jahr 2007 plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, ließ Jana ihren Körper aufbahren, um in Ruhe und Liebe Abschied nehmen zu können. Diese Begegnung veränderte ihren Blick auf Leben und Sterben. Jana beschreibt Schönheit, Frieden und eine Würde, die für sie weit über das Körperliche hinausreichte. Diese Erfahrung wurde zu einem wichtigen Teil ihres Lebensweges. Denn wenn wir der Endlichkeit wirklich begegnen, verändert sich häufig auch unsere Sicht auf das Leben.
- Was ist wirklich wichtig?
- Wofür möchte ich meine Zeit nutzen?
- Welche Beziehungen möchte ich leben?
- Was möchte ich noch sagen, erschaffen, erleben oder in diese Welt bringen?
- Und wer bin ich eigentlich, wenn all die Rollen und Erwartungen einmal wegfallen?
Berufung bedeutet: dem Ruf der Seele folgen
Jana beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit der Frage, was uns Menschen im Innersten zusammenhält. Psychologie, Selbsterkenntnis und persönliche Entwicklung begleiten ihren Weg seit vielen Jahren. Aus all diesen Erfahrungen formte sich Schritt für Schritt ihre ganz eigene Art des Wirkens.
Und genau das finde ich für unser Titelthema BERUFUNG LEBEN so wertvoll.
Denn Berufung entsteht selten in einem einzigen Moment, sondern wächst mit uns aus all den Erfahrungen, Begegnungen und Fragen, die uns über Jahre begleiten, aus dem, was uns tief berührt, aus Fähigkeiten, die wir entwickeln, und ebenso aus Erfahrungen, die wir uns selbst so niemals ausgesucht hätten.
Janas Weg zeigt sehr deutlich, dass Berufung kein festes Etikett braucht, sondern sich mit uns entfalten darf, verschiedene Formen annehmen kann und sich immer wieder neu zeigt, während wir selbst wachsen, reifen und unserem eigenen Weg Schritt für Schritt näherkommen.
Dir selbst wahrhaftig begegnen
Aus Janas eigener Reise entstand auch die Einladung an andere Menschen, sich selbst wieder wahrhaftig zu begegnen.
Ihr Herzensprojekt JinspireYou öffnet dafür einen geschützten Raum.
Jana beschreibt diesen Raum als eine herzliche Einladung, sich Schritt für Schritt mehr zu zeigen und sich selbst wieder näherzukommen.
Für Jana bedeutet Berufung, einem Menschen einen Ort zu schenken, an dem seine Seele wieder atmen kann. Einen Ort, an dem er sich selbst begegnet und sich in seiner eigenen Freiheit entfalten darf.
Und genau diese Botschaft berührt mich:
Du bist hier mit allem,
was dich bewegt, von Herzen
willkommen.
SO IN ECHT.
Ohne Maske.
Ohne Rolle.
Ohne den Anspruch, anders sein zu müssen.
Dem Leben die Führung überlassen
Janas Leben ist heute vielseitig.
Sie wirkt als Lebensbegleiterin, engagiert sich in der Vereinsarbeit, inspiriert andere Menschen und bringt ihre Kreativität in Filmprojekte ein. Auch Bücher, Musik und Poesie schenken ihr immer wieder neue Ausdrucksmöglichkeiten.
„Und genau darin erkenne ich etwas, das ich selbst so sehr mit BERUFUNG LEBEN verbinde: Berufung muss keine einzige Aufgabe sein. Sie darf viele Farben haben. Sie darf mehrere Ausdrucksformen finden. Sie darf mit uns wachsen.“
Jana gibt all diesen Facetten Raum und überlässt die Führung immer wieder dem Leben selbst.
Ihr Satz dazu:
„Der Weg entsteht wahrhaft erst im Gehen.“
Und ja.
Genau das ist es.
Wir wünschen uns so oft, vorher schon zu wissen, wohin eine Entscheidung führt. Wir wollen Sicherheit, einen Plan und eine Garantie. Doch manches zeigt sich erst, wenn wir losgehen.
Hier kannst du direkt in Janas Herzprojekt Beitrag im Magazin eintauchen
Mein Herzensimpuls für dich ♥
Nimm dir heute einmal ein Blatt Papier und schreib oben diese Frage hin:
Was ruft mich gerade?
Und dann geh noch einen Schritt weiter:
Was möchte durch mich gelebt werden?
Welcher nächste Schritt fühlt sich für mich wahr an?
Wo wünsche ich mir noch Sicherheit, obwohl mein Herz längst weiß, wohin es gehen möchte?
Du brauchst dafür keinen perfekten Plan.
Du brauchst keinen vorbestimmten Weg.
Manchmal braucht es nur diesen einen Moment, in dem du dir selbst sagst:
Ich gehe jetzt los.
Ein Gespräch.
Ein Anruf.
Eine Entscheidung.
Eine Idee, der du Raum gibst.
Ein Herzensprojekt, das du beginnst.
Denn Berufung beginnt für mich genau dort:
Wo wir unserem Herzen vertrauen und bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen.
Der Weg entsteht immer im Gehen. Step by Step.
Und genau dort beginnt BERUFUNG LEBEN.
Von Herz zu Herz
Bettina ♥